Chlor-Stabilisatoren-Anteil im Wasser richtig messen

Technische Daten: Cyanursäure – Chlor-Stabilisator

Es ist ein sonniger, heißer Tag. So heiß, dass Sie sich unbedingt mit hohem LSF eincremen müssen. In wenigen Sekunden tropfen die ersten Schweißperlen auf Ihrer Stirn. Sie halten es nicht mehr aus und suchen so schnell wie möglich das nächste Freibad auf. Genau an solchen Tagen ist Cyanursäure ein Superhero, der Beschützer aller Schwachen.

Wie Cyanursäure funktioniert

Sonnenlicht und UV-Strahlen können Mittel zur Wasserdesinfektion und insbesondere Chlorprodukte sehr schnell in Ihrer Wirkung beeinträchtigen. Diese verhalten sich im Normalfall wie eine Art Wasserschutzpolizei, indem sie unerwünschte Eindringlinge wie Bakterien und Algen vernichten, aber haben auch ihre Schwächen. Je heißer es ist, und je intensiver die UV-Bestrahlung ist, umso schneller verlieren die Chlorprodukte zur Wasserdesinfektion an Wirkung. Die 'Wasserschutzpolizei' kann also nicht mehr effektiv arbeiten. Chlor ist eins der verbreitetsten Mittel zur Wasserdesinfektion. An einem heißen, sonnigen Tag kann ohne den Zusatz von Stabilisatoren im Poolwasser fast die gesamte Menge an Chlor sich innerhalb von zwei Stunden aufbrauchen. Chlor jedoch hat einen klaren Vorteil gegenüber anderen Desinfektionsmitteln: es kann vor Sonnenstrahlen geschützt werden. Cyanursäure kann als so genannter „Stabilisator“ eingesetzt werden, um Chlor vor der schädigenden Wirkung von UV-Strahlen zu bewahren. Sie ist eine Art Sonnenschutzcreme für Chlor-Produkte. Cyanursäure geht eine Verbindung mit dem Chlor ein, um es vor Sonneneinstrahlung zu schützen, aber setzt es auch bei Bedarf wieder frei, um das Wasser zu desinfinzieren. Cyanursäure (1,3,5-Triazinane-2,4,6-trione) hat einen pH-Wert von ca. 4,0. Cyanursäure kann also zu einer Senkung des pH-Wertes führen, wenn sie direkt dem Wasser zugegeben wird.

Warum es wichtig ist, den Cyanursäurewert regelmäßig zu messen

Wenn ausreichend Cyanursäure im Wasser vorhanden ist, wird der Abbau von Chlor verlangsamt, und so die Badenden länger geschützt. Der optimale Cyanursäure-Wert liegt zwischen 30 und 50 ppm (ppm=Teile pro Million, was ungefähr 30 bis 50 mg/l entspricht) und sollte aufrechterhalten werden, um einen schnellen Chlor-Abbau zu vermeiden. Manche Chlorpräparate wurden schon so entwickelt, dass sie bereits einen gewissen Anteil an Cyanursäure beinhalten. So zum Beispiel Natriumhypochlorit oder Trichlor. Daher erübrigt sich in diesem Fall die zusätzliche Verwendung von Cyanursäure. Der regelmäßige Einsatz solcher Chlorprodukte kann jedoch zu einer Überstabilisierung mit Cyanursäure führen. In diesem Fall wird die Chloraufnahmekapazität eingeschränkt, der TDS Wert (total dissolved solids = Summe gelöster Stoffe) steigt, und es dauert länger, bis die Bakterien und Mikroorganismen erfolgreich bekämpft werden. Wenn die Konzentration an Cyanursäure zu hoch ist, empfiehlt es sich, Frischwasser zuzufügen bis die Werte unterhalb von 100 ppm liegen. Im umgekehrten Fall weisen niedrige Cyanursäure-Werte darauf hin, dass das Chlor auch bei heißem Wetter schnell wirken kann.

Cyanursäurewert messen

Bei jeder Frischwasserzufuhr sollte der Cyanursäure-Wert gemessen werden, bis das Wassergleichgewicht wieder hergestellt ist. Während der Badesaison sollte der Wert mindestens einmal im Monat gemessen werden. Wenn Sie Kalziumhypochlorid oder Trichlor verwenden, sollten die Messungen sogar regelmäßiger erfolgen, da beide Chlor-Arten Stabilisatoren enthalten und zu einer leichten Erhöhung der Werte führen.

Der Cyanursäure-Anteil im Wasser kann im Rahmen einer ausgewogenen Poolpflege entweder anhand von Teststreifen – die neuesten Messmethoden erlauben die zuverlässige Messung von bis zu 300ppm ohne aufwendige Probenahme - oder Trübungsmessungen durchgeführt werden. Cyanursäure bildet mit einem Triazinderivat einen feinen Niederschlag. Die dadurch entstehende Trübung wird visuell oder photometrisch ausgewertet.

Tags: News, Poolpflege
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