Ethanol-Kamine & Sicherheit: 7 elementare Tipps

Explosionsartiges Aufflammen, Verpuffungsgefahr, CO2 Vergiftung, Überschwappen der Brennflüssigkeit, solche Hiobsbotschaften sind leider keine leeren Drohungen und auch nicht auf das bloße Erfindungsreichtum einer vermeintlichen Ethanol-Gegner Lobby zurückzuführen, sondern leider immer wieder bittere Realität. Grobe Fahrlässigkeit kennt leider im Umgang mit entzündlichen Stoffen kein Pardon. Wer jedoch beim Betrieb von Ethanol-Kaminen und Brennstoffen stets Vorsicht walten lässt, kann sich entspannt auf die Vorzüge seiner schornsteinlosen Feuerstelle konzentrieren.

Wir haben im Rahmen unseres Newsbereiches bereits einige Artikel zum sicheren Betrieb verschiedener Ethanol-Kamine veröffentlicht. Kürzlich erschienene Meldungen zu Unfällen, die durch Ethanol-Kaminen verursacht worden sind, haben uns dazu veranlasst, erneut alle Maßnahmen zusammen zu fassen, die zum sicheren Betrieb eines Ethanol-Kamins gehören. Wir laden Sie herzlich dazu ein, diese Tipps zu beherzigen, wenn Sie bereits im Besitz eines Ethanol-Kamins sind, oder im Begriff sind, sich einen anzuschaffen.

Die Preisspanne von Ethanol-Kaminen liegt zwischen 10 und 1.000 €. Demtentsprechend sind auch die Qualitätsunterschiede. Bevor Sie sich jedoch von der Annahme verleiten lässt, dass teuer auch sicher bedeutet, möchten wir Ihnen ein zuverlässiges Kriterium für Ihre Kaufentscheidung zur Hand geben: die Sicherheitsnorm DIN 4734-1.

Im Einführungsbeitrag des Beuth-Verlags, der den vollständigen Normtext kostenpflichtig zum Download anbietet, findet man folgende Beschreibung:

"Diese Norm wurde vom Normenausschuss Heiz-, Koch- und Wärmgeräte (FNH) erarbeitet, um der noch recht jungen, wenngleich bereits ausgereiften Technologie der dekorativen Geräte, die unter Verwendung eines Ethanol basierten, flüssigen Brennstoffes eine Flamme erzeugen, eine Grundlage zu schaffen, die den Kunden funktionsfähige und sichere Geräte garantiert. Besondere Aufmerksamkeit wurde darauf gelegt, das Umstoßen der Geräte und den unbeabsichtigten Brennstoffaustritt zu verhindern. Weiterhin wurden Anforderungen an die Temperatur der äußeren Gerätebereiche, die Verbrennungsgüte und Warnhinweise in Bezug auf die sachgemäße Bedienung gestellt."

Diese DIN 4734-1 Norm bestätigt den Anbietern von Ethanol-Kaminen, dass sie die Norm einhalten. Wie die Stiftung Warentest in ihrem Update vom 24.11.2011 richtig anmerkt, gilt die Norm jedoch nur für Geräte, mit maximal drei Liter Füllvermögen haben. "Ethanol-Kamine, die mehr als einen halben Liter Ethanol pro Stunde verbrennen können oder Geräte, für die eine Heizleistung angegeben ist, benötigen laut Norm einen gesonderten bauaufsichtlichen Zulassungsbescheid."

Wenn Sie bereits einen Ethanol-Kamin besitzen, der nicht der DIN entspricht, empfehlen wir Ihnen, folgende Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten:

S wie Standfestigkeit und Sicherheitsschwamm, A wie Aufstellungsort, R wie Raumbelüftung, L wie Lagerung, N wie Nachfüllen und D wie Dämpfe - sieben  Tipps für ein aufgeklärtes Verhalten im Umgang mit Ethanol-Kaminen:

  • Auf die Standfestigkeit der Ethanol-Kamine und die Dichtheit der Brennkammer achten.
  • Einen zusätzlichen Schutz gegen das Überschwappen des Feuers bieten sogenannte Sicherheitsschwämme aus feuerfesten Glasfasern an. Einen Feuerlöschspray sollte für alle Fälle auch immer griffbereit sein.
  • Den Aufstellungsort der Ethanol-Kamine prüfen (werden Gegenstände in der Nähe oder Wandverkleidungen etc. übermäßig erhitzt),  gegebenenfalls eine solide, hitzeresistente Wandbefestigung verwenden.
  • Auf eine gute Raumbelüftung achten.
  • Den Brennstoff-Vorrat sicher lagern. Bioethanol sollte nur in geringen Mengen, nicht in der Nähe des Kamins und für Kinder nicht frei zugänglich sein.
  • Höchst vorsichtig beim Nachfüllen sein. In der Brennkammer können noch lange Zeit kleine Flammen lodern, die von außen nicht sichtbar sind. Selbst wenn das Feuer komplett erloschen ist, kann sich nachgefülltes Bioethanol in der noch heißen Brennschale entzünden.
  • Ethanol-Kamine nach dem Befüllen aufgrund der hohen Flüchtigkeit von Bioethanol (verdampft schnell) nicht offen stehen lassen. Bei Temperaturen über 21 Grad Celsius bildet Bioethanol zusammen mit Luft ein leicht entzündliches, sogar explosionsfähiges Gemisch. So kann ein Funke ausreichen, damit die Dämpfe sich entzünden.

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