Pooltester im Fokus - Richtig messen und dosieren

Das who is who im Pooltester-Dschungel

Testkoffer, Teststreifen, DPD Testtabletten, Reagenzien, digitales Teststreifenlesegerät. Die Liste der Pooltester-Methoden und Pooltester-Bestecke ist lang. Kein Wunder, dass manch einer bei einer derart großen Auswahl den Überblick verliert. Zeit für klare Aussagen. Wir klären Sie über die Vor- und Nachteile, Verlässlichkeit und Haltbarkeit der verschiedenen Testmethoden und -bestecke zur Wasseranalyse auf.

Immer wieder lesen wir es in allen möglichen Artikeln und Broschüren: Eine angemessene Dosierung der Poolpflege-Produkte hängt in großem Maße von der richtigen Ermittlung der Wasserwerte ab. Dazu zählen zum Beispiel ganz oben auf der Liste die pH- und Chlorwerte. Und da fangen schon die Fragen an, denn – wie wir wissen – ist Chlor nicht gleich Chlor.  Seine Wirksamkeit entfaltet Chlor nämlich nur, wenn es “frei” ist und nicht an Verunreinigungen wie z.B. Harnstoff oder Ammoniak “gebunden” ist. Denn diese Chlorverbindungen, sogenannte Chloramine, sind schuld an diesem typischen Hallenbadgeruch und können Haut- und Augenirritationen verursachen. Also gilt es, nachdem sichergestellt wurde, dass sich der pH-Wert im neutralen Bereich bewegt, den Gehalt an freiem Chlor zu ermitteln. Eine erprobte Methode, die bei öffentlichen Schwimmbädern auch gesetzlich vorgeschrieben ist, ist die DPD-Methode.

Die DPD-Messmethode

DPD steht für Diethyl-p-phenylenediamine und ist sowohl die Bezeichnung für das Reagenz als auch für die Testmethode zur Ermittlung der Mengen an (freiem) Restchlor und Gesamtchlor im Poolwasser.

N.N-diethyl-1.4-phenylendiamin (DPD) oxidiert in Gegenwart von freiem Chlor unter Bildung einer roten Färbung. Gebundenes Chlor bildet ebenso in Gegenwart von Jod-Ionen eine rote Färbung (Gesamt Chlor Bestimmung). Die Chlor Konzentration bzw. die Farbintensität wird visuell mit einem Comparator (kolorimetrisch) z.B. anhand eines Testkoffers oder digital mit einem Photometer (photometrisch) ermittelt.

Vorteile der DPD-Testmethode: > einfach > sicher > zuverlässig

Reagenzien

Mit dem sogenannten DPD 1-Test wird der freien Chlorgehalt einer Probe ermittelt, mit dem DPD 3-Test der Gesamtchlorgehalt, welcher sich aus freiem und gebundenen Chlor zusammensetzt.

Zur Ermittlung des freien Chlorgehalts werden sowohl Reagenztabletten als auch flüssige Reagenzien verwendet. Und so geht’s:

- Mit der DPD No.1-Tablette bestimmt man zunächst das freie Chlor: Eine saubere Küvette wird mit dem zu untersuchenden Wasser gespült. Einige Tropfen werden in der Küvette zurückgelassen. Die DPD No.1-Tablette wird zugegeben und zerfällt bzw. wird mit einem sauberen Rührstab zerdrückt; anschließend wird bis zur 10 ml Marke aufgefüllt, der Küvettendeckel aufgesetzt, die Probe durch Schwenken vermischt und der Wert sofort gemessen.

- Mit der DPD No.3-Tablette bestimmt man kolorimetrisch anhand von Teststreifen oder photometrisch mit einem digitalen Lesegerät und den dazugehörigen Teststäbchen den Gehalt an Gesamtchlor: Nach Ermittlung des Messergebnisses (freies Chlor) wird zu der bereits gefärbten Probe eine DPD No.3-Tablette zugegeben, mit einem sauberen Rührstab zerdrückt, der Deckel aufgesetzt, die Probe durch Schwenken vermischt und das Messergebnis 2 Minuten nach Zugabe der DPD No. 3-Tablette abgelesen (Gesamtchlor).

- Zieht man vom Gesamtchlor den Wert für freies Chlor ab, erhält man den Gehalt an gebundenem Chlor.

Fehlerquellen

? Probevolumen: Exaktes Probevolumen in der Küvette (korrektes Ablesen an der Markierung)
 
? Verschmutzte Kuvetten: Keine verschmutzten Küvetten (z. B. Fingerabdrücke). Eine Verschmutzung und Feuchtigkeit in der Optik führen zu falschen Ergebnissen. Auf Sauberkeit achten!
 
? Temperaturschwankungen: Bei großen Temperaturschwankungen kann es zu einem Beschlagen der Optik kommen.
 
? Anzahl der Küvetten: Für die Bestimmung von freiem Chlor und Gesamtchlor jeweils dieselben Küvetten verwenden. Da durch wird ein Verschleppen von Kaliumiodid (Tablette No. 3) vermieden. Eine Verschleppung würde zu einem erhöhten Gehalt an freiem Chlor bei nachfolgenden Messungen führen.
 
? Batterien: Rechtzeitig die Batterien bzw. den Akku wechseln!
 
? Gerätehersteller: Nur die vom Gerätehersteller angegebenen Reagenzien verwenden!
 
? Haltbarkeitsdatum: Auf das Haltbarkeitsdatum der Reagenzien achten!
 
? Schwebstoffe: Schwebstoffe in der Küvette vermeiden (z. B. kann eine hohe Wasserhärte zum Ausfallen der Härtebildner führen, was die Messung stark beeinträchtigt)!
 
? Nullabgleich: Vor den Messungen muss ein sog. Nullabgleich mit der Wasserprobe ohne Reagenzienzusatz durchgeführt werden.
 
? Probenahmegefäß: Auf Sauberkeit des Probenahmegefäßes achten (Chlorzehrung infolge verschmutzter Gefäße führt zu Messfehlern)!
 
? Mehrfachbestimmungen: Mehrfachbestimmungen einer Probe erhöhen die Messsicherheit.
 
Tags: News, Poolpflege
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